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Das Leben froh geniessen, ist eine Kunst

Und setzt sich drauf als Reiter, so dass es Alle sehn;
Drauf sich das Fass beweget, als hüb' es Sturmeswehn,
Aufwärts die Kellerstufen - wie jauchzen Alt und Jung!
Wie mischt sich Staunen, Grausen, Schreck und Bewunderung!

Alle sehen den Goldenen Reiter leuchten, er starrt in das Dunkel an der Hauptstrasse in Dresden 0407

Und Faustus geht, halb lächelnd, halb trüb und missgestimmt.
Ihm folgt mit dumpfem Murren Prästigiar ergrimmt.
Doch von der Schaar, die lustfroh sich um das Stückfass zog,
Schallt noch zu Becherklängen manch lautes Lebehoch.

Das Leben auf dem Pferde und Reiterhof mit Lust und froh geniessen 1625

"Hört Ihr die Menge jubeln? Ihr Ihr habt sie froh gemacht!
Kein heitrer Bild im Leben, als wenn das Leben - lacht.
Seid Ihr auch selbst nicht glücklich, macht Ihr doch Andre froh,
Doch, blicket nicht so düster, sagt, was verstimmt Euch so?"

Goldener Reiter 100

So Wagner spricht, und Faustus: "Der Jubel - freut mich nicht;
Der Freude bin ich abhold, und Freud' erfreut mich nicht.
Und Heiterkeit erheitert mich nicht und freut mich nicht!
Mein Glücksschiff ist zerscheitert, das Leben - freut mich nicht!"

Das Leben als Goldener Reiter froh geniessen hinter dem funkeln der  Sterne  095

"Das Leben froh geniessen, ist eine Kunst, gar werth,
Weil zu der reinen Freude ein reines Herz gehört.
Und ich kann nimmer froh sein, mich quält ohn' Unterlass
Ein fluchbeladner Dämon - ich nenn' ihn: Lebenshass!" -

Quelle:
Faustus
Ein Gedicht von Ludwig Bechstein - Leipzig 1833
www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

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