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Das Leben froh geniessen, ist eine Kunst

Und setzt sich drauf als Reiter, so dass es Alle sehn;
Drauf sich das Fass beweget, als hüb' es Sturmeswehn,
Aufwärts die Kellerstufen - wie jauchzen Alt und Jung!
Wie mischt sich Staunen, Grausen, Schreck und Bewunderung!

Und Faustus geht, halb lächelnd, halb trüb und missgestimmt.
Ihm folgt mit dumpfem Murren Prästigiar ergrimmt.
Doch von der Schaar, die lustfroh sich um das Stückfass zog,
Schallt noch zu Becherklängen manch lautes Lebehoch.

"Hört Ihr die Menge jubeln? Ihr Ihr habt sie froh gemacht!
Kein heitrer Bild im Leben, als wenn das Leben - lacht.
Seid Ihr auch selbst nicht glücklich, macht Ihr doch Andre froh,
Doch, blicket nicht so düster, sagt, was verstimmt Euch so?"

So Wagner spricht, und Faustus: "Der Jubel - freut mich nicht;
Der Freude bin ich abhold, und Freud' erfreut mich nicht.
Und Heiterkeit erheitert mich nicht und freut mich nicht!
Mein Glücksschiff ist zerscheitert, das Leben - freut mich nicht!"


"Das Leben froh geniessen, ist eine Kunst, gar werth,
Weil zu der reinen Freude ein reines Herz gehört.
Und ich kann nimmer froh sein, mich quält ohn' Unterlass
Ein fluchbeladner Dämon - ich nenn' ihn: Lebenshass!" -

Quelle:
Faustus
Ein Gedicht von Ludwig Bechstein - Leipzig 1833
www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
 

Meilen und Meilen breit war der Fluß.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Da lag ich und rauchte und starrte in den Himmel, an dem kein Wölkchen stand. Daß der so bodenlos tief aussehen kann, wenn man so im Mondschein auf dem Rücken liegt und immerzu hineinstarrt, hatte ich gar nicht gewußt. Aber so war's! Und wie weit man in solcher Nacht auf dem Wasser hören kann! Ich hörte die Leute an der Fähre sprechen, konnte jedes Wort verstehen, das sie sagten. Der eine meinte, die Tage würden nun immer länger und die Nächte kürzer. Drauf sagte ein andrer, die heutige sei aber keine von den kurzen, worauf alle lachten; er wiederholte den Ausspruch, den er wohl für einen guten Witz hielt und die andern lachten wieder. Dieser ward darüber im Anfange so bestürzt, als wenn er dergleichen vorher niemals gehört, und bildete sich ein, ich wäre ein schwedischer Spion. Er freuete sich nicht wenig darüber, daß ich ihm so unvermutet in die Hände gefallen war und befahl, daß ich ihm unverzüglich folgen sollte. Aber es war alles vergebens, und ich mußte mich mit Gewalt in Verhaft nehmen lassen. Da tauchte plötzlich vor ihm im hellen Mondschein ein furchtbares Gesicht auf. Die Sonne ging klar unter es war ein so groser Anblick, dass ein menschlich Auge nicht hinreicht ihn zu sehen. Er hatte um die Lenden ein Ziegenfell geschlungen, sonst war er nackt. Seit drei Tagen haben wir die hellsten und herrlichsten Nächte wohl und vollständig genossen. Als der Fremde Anstalten traf, die Höhle zu betreten, machte Hierax eine hastige Bewegung. So weit war der Gürtel des Orion schon gewandert, der nach Sonnenuntergang gerade dem Höhleneingang gegenüber erglänzte. Grad über sahen wir den Montblanc der über alle Gebürge des Faucigny hervorsieht. Es mußte nahe an Mitternacht sein. Ein wilder, schwarzer Bart und starrende schwarze Haare ließen nur wenig vom Antlitz erkennen, aus dem tiefliegende große Augen starrten. Ein hochgewachsener Mann von fünfundzwanzig Jahren erhob den Kopf vorsichtig wie ein Dieb über die Schwelle der Grabhöhle. Heut früh sind wir von Bern ab, nachdem wir uns was möglich war umgesehen und auch einige interessante Leute kennen lernen. Langsam und leise kroch der Fremde höher. […]

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Ringkampf, Australien, Berlin.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Ob sie wohl seelisch sehr leiden? Warum fühlen die beiden wechselnd einander den Puls? Ängstlich hustet jetzt Gibson. Darauf schluckt Schulze Cachou. Gibson will Schulzen jetzt stipsen. Ha! Nun greifen sie zu. Packen sich an, auf, hinter, neben, in, Über, unter, vor und zwischen, statt, auch längs, zufolge, trotz stehen auf die Frage wessen. Beißen und Genitalien kratzen verboten. - Nun los! Doch ist hier nicht zu vergessen, daß bei diesen letzten drei auch der Dativ richtig sei. (Pfeife des Schiedsrichters.) Wem gehört denn das Knie? Wirr wie lebendige Sulze, mengt sich die Anatomie. Dort warf sie sich an seine Brust, streichelte ihm den blonden Bart und dankte ihm für sein Kommen und seine Neigung. Alles Einzelne wird von den großen Massen des Lichts und Schattens verschlungen, und nur die größten, allgemeinsten Bilder stellen sich dem Auge dar. In Avanche einen Fusboden Mosaique von der Römer Zeit gesehen, schlecht erhalten, und geht täglich mehr zu Grunde, dass es Jammer ist. Georg Herwegh setzte bereits den einen Fuß in den Steigbügel. Eine Stachelkette hing ihm auch über die Brust herunter und verwundete ihn wohl bei jedem Schritt. Um den Hals trug er eine schwere Stachelkette. Da waren Schwalben und Sperlingsscharen Am Morgen und Abend mit Nahrungssorgen, Im falben Mondschein ist Herbst jetzt im Wald, Wo grün der Sommer noch gestern war, Sind Bäume wie Köpfe mit finsterem Haar. Wer weiß noch, daß der Tag grüne Blätter hat? Gestern stahl sich kaum ihre Blässe in die bläuliche Nacht, Sie waren in Dämmerdunkel noch nicht für dich erwacht. Rudolph Gottschall ist am 30. September 1823 in Breslau geboren, wo sein Vater als preußischer Artillerie-Officier um jene Zeit in Garnison stand. Sie waren noch Schwestern der Blätter und Büsche gestern, Heute sind sie deines Lächelns und deiner Wangen Schwestern. Wie ist das Grün weggekommen von jedem Blatt? Ich griff in die Leere, wie durch eine Wand, Und hielt meiner Liebsten liebkosende Hand. Der Weeg ist eine bequeme Chaussee nur angelegt um das Holz aus den Gebürgen bequemer ins Land zu bringen. Ich hab soviel davon gehört und alles verbertucht pour ainsi dire. Hat's jemand in seine Tasche genommen? […]

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Honig, der Macht.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Eine glatte Schlange giebt es, die leicht in Herzen schleicht, und einen süssen Honig, der Macht als Kost gereicht. Und eine Blume, giftig, voll Balsamdufts dabei: Sieh, Schlange, Honig, Blume, das ist die Schmeichelei. Wir schaun das Fürstenbrautpaar, eh' wieder Abend naht, nur sorget, dass nicht lautbar und stadtkund wird die That. Wir wollen schneller reiten, wie Perseus einstens ritt, wir nehmen nur das Hütlein des Fortunatus mit. Hoch über Berg' und Wälder, gleich einer Wolke Zug, die Sturmwind fortpeitscht, richten sie südwärts ihren Flug. Und eh' der Alpen Kronen erglühn im Morgenschein, die fern heräbergrüssen ins ebne Land herein. Als Krone trägt dieser imposante Felsen eine gewaltige Festungsanlage mit mehreren kleinen Burgen, welche besonders ins Auge stechen. Dabei werden dem unwissenden Touristen nicht nur Andenken oder Parfum feil geboten, es gibt auch auch Waffen jeglicher Art. Geschuldet ist dieser Umstand nicht nur der jahrhundertealten Wehrhaftigkeit der San-Marinesen, sondern auch dem kleinen Örtchen Rimini, welches mit seinem internationalen Flughafen von Russen überlaufen ist. Dies ist zusammen mit der Wehranlage ein wirklich romantischer Anblick. San Marino ist ein Zwergstaat mitten in Italien, welcher durch seine exponierte Lage auf dem 756 Meter hohen Monte Titano geradezu aus der Landschaft sticht. Ein wenig negativ überrascht hat mich jedoch zum einen, dass man vor den zahlreichen Duty Free Shops nicht etwa in der Landessprache italienisch oder englisch, sondern gleich russisch angesprochen wird. Von dort oben hat man einen sagenhaften Ausblick auf das umgebende Land, die angrenzenden Apenninen und die Emilia-Romagna bis zum Meer. Daß ein Student den Tag vorher, ehe er durchgeht, seine Schulden bezahlt, schien ein starker Beweis des Wahnsinns. Meine meisten Schicksale lagen in den Verhältnissen meines Lebens; und der letzte Gang nach Sizilien war vielleicht der erste ganz freie Entschluß von einiger Bedeutung. Was sollte ein Dorfpfarrer mit diesen Gärungen? Der Sturm wird bei mir nie so hoch, daß er mich von der Base, auf welcher ich als vernünftiger, rechtlicher Mann stehen muß, herunterwürfe. Wer sagt gern, ich war ein Tor, um durch ein Beispiel einige längst bekannte Wahrheiten vielleicht etwas eindringlicher zu machen? In meiner Jugend war es der Kampf eines jungen Menschen mit seinen Umständen und seinen Inkonsequenzen; als ich Mann ward, waren meine Verflechtungen zuweilen so sonderbarer Art, daß ich nicht immer ihre Erinnerung mit Vergnügen zurückrufe. […]

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Fensterscheibe im kalten Grabe.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Was kommst du zu mir alle Nacht und pochst an meine Fensterscheiben? Ich darf nicht auftun, armes Kind - du mußt im kalten Grabe bleiben. Nimmt man Platz am Fenster des geräumigen Gastzimmers, mit dem Blick nach der Landstraße zu, oder setzt man sich zu längerer Rast an einem Sommerabende unter die jahrhundertalte Fuchslinde draußen im Garten, welche mit ihrem weitausgebreiteten Blätterdache das Gasthaus überschattet, dann nimmt man wahr, daß die Bautzener Straße, welche hier hart vorüberführt, auch heute nicht ganz verkehrsarm ist. Selbst beim unfreundlichsten Wetter tritt noch ein Jäger mit seinem Hunde über die gastliche Schwelle, kehrt noch ein Last- oder Holzfuhrmann hier ein. Hat man dann seinen Platz neben dem dunklen Kachelofen, mit dem Blicke hinaus auf die Landstraße und hinüber nach dem Waldessaume, dann läßt es sich gemütlich hier sitzen und plaudern oder einsam seinen Gedanken nachhängen. Haben an einem Winterabend so verschiedene Gäste sich hier zusammengefunden, dann kommt es ab und zu auch vor, daß ein Alter im weißen Haare, der die früheren Zeiten noch kennengelernt hat, aus jenen vergangenen Tagen erzählt, während der Wintersturm durchs Geäst der alten Fuchslinde braust. Das klingt dann wie ein Märchen aus früheren Jahrhunderten. Ich habe dem Leser schon berichtet, daß zwei starke Krampen an jeder Seite meiner Schachtel, wo sich keine Fenster befanden, befestigt waren, durch welche der Bediente, der mich zu Pferde trug, einen ledernen Riemen zog, den er alsdann um seinen Leib schnallte. Bisweilen fühlte ich nämlich einen Ruck, durch den die Wogen bis an die Höhe meiner Fenster schlugen, so daß ich beinahe im Dunklen blieb. Ich wagte einen meiner Stühle loszuschrauben, welche immer auf dem Fußboden befestigt waren; dann brachte ich es mit vieler Mühe dahin, daß ich ihn unter dem Schieber wieder festschraubte, den ich täglich selbst geöffnet hatte, stieg auf den Stuhl, brachte meinen Mund so nahe wie möglich an das Loch und rief endlich in allen Sprachen, die ich verstand, laut um Hülfe. Alsdann befestigte ich mein Schnupftuch an den Stock, den ich zu tragen pflegte, steckte ihn durch das Loch und schwenkte ihn mehreremale in der Luft mit der Absicht, im Fall ein Schiff oder Boot in der Nähe wäre, den Matrosen ein Zeichen zu geben, daß ein unglücklicher Mensch in der Schachtel eingeschlossen sey. […]

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Wenn er dein Freund ist, so soll .

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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er in meinem Hause bleiben, lautete die Antwort. Hast du Raum für so viele Leute? Für Gäste, welche willkommen sind, ist immer Raum vorhanden. Er mag Platz nehmen und ein Mahl genießen! Setzt Euch, Sir, sagte ich also zu Lindsay, und laßt uns wissen, was Euch auf den Gedanken gebracht hat, die Weidegründe der Haddedihn zu verlassen und nach Spandareh zu kommen! Well! Aber erst versorgen. Was? Diener. Die mögen für sich selbst sorgen, denn dazu sind sie da. Pferde. Die werden von den Dienern versorgt. Also, Master? Hm! War tedious, fürchterlich langweilig! Habt Ihr nicht gegraben? Viel, sehr viel. Und etwas gefunden? Nothing, nichts, gar nichts! Fürchterlich! Weiter! Sehnsucht, schreckliche Sehnsucht! Wonach? Hm! Euch, Sir! Ich lachte. Also aus Sehnsucht nach mir! Well, very well, yes! Fowling-bulls nicht finden. Ihr nicht da ich fort. Aber, Sir, wir hatten doch bestimmt; Da ich als junger Mensch von achtzehn Jahren, als theologischer Pflegling, von der Akademie in die Welt hineinlief, fand man bei Untersuchung, daß ich keinen Schulfreund erstochen, kein Mädchen in den Klagestand gesetzt und keine Schulden hinterlassen, daß ich sogar die wenigen Taler Schulden den Tag vor der Verschwindung bezahlt hatte; und man konnte nun den Grund der Entfernung durchaus nicht entdecken und hielt mich für melancholisch verirrt und ließ mich sogar in dieser Voraussetzung so schonend als möglich zur Nachsuchung in öffentliche Blätter setzen. Bei einem Kosmopoliten können sie, auf einem festen Grunde von Moralität, wohl noch etwas Gutes wirken. Dem Psychologen wird das Rätsel erklärt sein, wenn ich ihm sagte, daß die Gesinnungen, die ich seitdem hier und da und in folgender Erzählung geäußert habe, schon damals alle lebendig in meiner Seele lagen, als ich mit neun Talern und dem Tacitus in der Tasche auf und davon ging. Ich überlasse den Philanthropen die Betrachtung über diesen Schluß, der eine sehr schlimme Meinung von der Sittlichkeit unserer Jugend verrät. Einige Männer, deren Namen die Nation mit Achtung nennt, haben mich aufgefordert, etwas öffentlich über mein Leben und meine sukzessive Bildung zu sagen; ich kann mich aber nicht dazu entschließen. […]

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