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X. Praestigiar.

"Hoch Faustus! Hoch! Er lebe!" so schallt's im hellen Saal
Vom Munde froher Zecher, Pokal klingt klingt an Pokal;
Gewandte Diener fliegen den Elfen gleich, umher;
Süss rauscht von holden Klängen ein unsichtbares Meer.

Von bunten Lichtern schimmern die Spiegelwände all',
Und Zauberbilder lächeln und gaukeln im Krystall.
Dort hauchen Blumen Balsam, dort schwebt des Weihrauchs Duft,
Zum Garten wird der Festsaal, wie zum Arom die Luft.

Dort springen klare Bronnen, wie wie steigt ihr Silberstrahl!
Dort bieten sich die Früchte Hesperiens zur Wahl.
Gleich flüss'gen Edelsteinen, im feuergoldnen Glanz,
Blickt dort von edlen Weinen krystallklar mancher Kranz.

Und dort bei hohen Gästen sitzt Faustus, reichgeschmückt;
Ihn hat mit Wundergaben, so scheint's, das Glück beglückt.
Und wie die Sonne freudig ausstrahlt ihr ew'ges Licht,
Bei ihm der Kranz des Frohsinns in holde Blüthen bricht.

Ja, Frohsinn ist ein Gastwirth, den Keiner schelten soll;
Vom Zauberwein der Freude sind seine Keller voll.
Ihm dienen heitre Scherze, sind immer bei der Hand,
Und Lust ist seine Kelln'rin, holdselig, flink, gewandt.

Sein Schild Schild ist aufgehangen hochprangend am Portal,
Darauf ein passend Sinnbild: ein schäumender Pokal.
Und drunter steht mit Goldschrift, die weit ins Auge gleisst,
Das: Ede, bibe, lude, und wie es weiter heisst.

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Deine goldnen Augen im Mondschein.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Gehe hoffend still von hinnen, schlummre sanft Du süßes Lied; schließe Deine goldnen Augen, Mondschein ist schon abgeblüht. Leise Lüfte Dich verhauchen, kühler Morgen schon erwacht. Lasse Deinen trüben Blick stille zu den Schatten schweben, sehne nimmer Dich zurück; denn der Liebe Wechselleben ist verhallt in tiefer Nacht. Ach, wo bist Du hin? Konnt' Dich nicht begleiten, durch die Dunkelheiten deinen Schritt nicht leiten; konnt' nicht stiller Liebe deinen düstern Sinn freundlich deuten? Konntest nicht Deine Triebe durch den Abend singen; auch nicht höher, immer höher zu den Sternen klingen; mußte Dich traurig umschlingen schlummert freundlich Ihr letzten Worte, im letzten Akkorde. Dort ist nun auch schon alles lange still, die gnädige Frau schläft, und die Wasserkünste und Bäume im Garten rauschen noch immer fort wie damals, und allen ists gleich, ob ich noch da bin, oder in der Fremde, oder gestorben. Wo der Weg über eine baumlose Strecke führte, da beleuchtete heller Mondschein die Umgebung, wo aber wieder so ein Stück Hochwald begann, da herrschte fast völlige Dunkelheit, an welche sich jedoch das Auge bald derartig gewöhnte, daß es wenigstens leicht wurde, größere Gegenstände zu erkennen und zu unterscheiden. Das gilt insbesondere dann, wenn die Wolken dünn sind. Links von den Wandernden rauschte der Fluß, in einiger Entfernung zeigten sich die dunklen Umrisse des Affenberges, Holm hatte also den Rückweg richtig aus den Sternen herausgelesen, und dadurch wuchs natürlich auch in beider Herzen die Hoffnung, das Dorf der Bonnys wieder zu erreichen. Dort gab es nicht allein Führer, sondern es befanden sich unter der Obhut der Eingebornen alle zurückgelassenen Vorräte, man durfte mithin auf eine bessere und leichtere Reise zählen. Der Mond ist lichtes Silber im Blau Die Pappeln sind grau. Als sie zurückkam, wusste sie hundert Dinge zu erzählen. Ein Schatten von einem Baum geistert über den Mond. Und ich: daß Hohes tief mir ist vom Beichten! Ich konnte mich gar nicht besinnen, wo ich eigentlich wäre. Und ein Saal stand voll Berge mit Nebeln im Tal. […]

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Laß das Trauern.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Laß, mein Herz, das bange Trauern Um vergangnes Erdenglück, Ach, von diesen Felsenmauern Schweifet nur umsonst der Blick. Sind denn alle fortgegangen: Jugend, Sang und Frühlingslust? Schon im Jahre 1199 richtete Papst Innozenz lassen, scheidend, nur Verlangen Einsam mir in meiner Brust? xx […]

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Lehrling, Wahrheit, Finger, Arm und Sprache.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Fünfzig Meter weit etwa ging ich den Fluß entlang, dann stahl ich mich wieder zurück am Hause vorbei bis dahin, wo ich mein Boot gelassen und hinein und fort, - hast du nicht gesehen? Ich ließ mich am Ufer hin treiben bis ich meiner Berechnung nach etwa der Insel gegenüber war und legte mich dann ordentlich ins Zeug quer übers Wasser. Den Hut hatte ich abgenommen, Scheuleder brauchte ich keine mehr. Da hör' ich die Uhr schlagen, zähle und merke, daß es schon elf ist - elf Uhr! Als ich zur Insel kam, nahm ich mir nicht einmal Zeit, die Nase zu putzen, obgleich ich's sehr nötig hatte, sondern landete gerade an meinem alten Lager-Platz und zündete ein tüchtiges Feuer dort an. Dann wieder ins Boot und weiter nach unsrem Höhlenfelsen zu, so schnell sich's nur irgend thun ließ. Ich legte an, kroch den Felsen hinauf und in die Höhle. Da lag Jim in süßem Schlaf. Ich schrei ihm in die Ohren. Lehrling, o schau dich um an deiner Meere Strand, Unselge! Und in dem anderen Lager fertigten sie Töpferwaren, die hässlich waren. Und es wurde mir klar, dass sich kein Gesetz abfassen lässt, das die Töpferwaren zu verschönern vermöchte. Goethe zeigt in dem Gedicht Der Zauberlehrling seine Skepsis gegenüber dem Autonomiestreben, das noch seine Sturmund-Drang-Zeit bestimmte. Der Versuch, gegen die Herrschaft des Meisters aufzubegehren und selbstständig zu handeln, führt aufgrund massiver Kompetenzdefizite des Lehrlings ins Chaos. Erst die Besinnung auf die alte Autorität und die ursprüngliche Ordnung rettet die Situation. Kästner verfasste den in Davos spielenden Zauberlehrling mit Doppelgänger-Motiven und einem Zeus, der Blitze schleuderte. Was hilft es, daß Justinian die Zügel Dir angeschirrt, als zu vermehrter Schmach? Er floh und schwor sich, die Mörder seiner Familie zu richten. So gesehen ist der Zauberlehrling das Gegenstück zu Prometheus. Verwitwet, einsam, ruft sie Tag und Nacht: Mein Cäsar, willst du nie dich mir vereinen? Das Gedicht spiegelt das Gedankengut der Weimarer Klassik wider. Die Handlung der Ballade bleibt in sich geschlossen, lässt sich aber auf zahlreiche Bereiche übertragen. Gedenk an ihre Drangsal, ihre Schäden Und sieh, wie sicher Santafiore steht! Besonders die Übertragung auf die Erkenntnisse der Wissenschaft und die nicht immer abschätzbaren Folgen liegt nahe. Der Satz Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los beschreibt sehr anschaulich die Dilemmata einer Wissenschaft, die für die Folgen ihrer Forschung verantwortlich gemacht wird. […]

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Herz und Seele schwarzer Augenglut!.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Mein Herz entbrennt und pocht in wilder Sehnsucht. Was brennst du so? Ist das die Seele, die heiß umschlingend dein zehrend Schmachten stillt? Soll ich ihr folgen, pochendes Herz? Ich wag' es nicht; mir wird so schwül und bang. Denn vielleicht - was weiß ich! Blüht Gift im dunkeln Auge und verzehrt mir qualvoll Wangen und Seele. So ist die Liebe! Auf Leben und Tod! Du zerrissest meine Fesseln, und ich will dir das Opfer meines Lobes bringen. Von ihrem Gewichte getrieben, streben beide ihrem Mittelpunkte zu. Vertrauenswürdigkeit ist das weite, breite Tor zur Ruhe und Sicherheit des Volkes. Er ging und fand den Saal, darauf war die Zauberin und fütterte die Vögel in den siebentausend Körben. Mein Gebein, es ist durchdrungen von Liebe zu dir und spricht: Herr, wer ist dir gleich? Schwebte nicht auch der Vater oder der Sohn über den Wassern? Weniger geordnet, sind sie unruhig; wenn sie geordnet sind, ruhen sie. Mein Gewicht ist meine Liebe; durch sie werde ich getrieben, wohin ich immer getrieben werde. Freunde, es scheint, der Allmächtige will die Pforten der Hölle schließen und die des Himmels öffnen, so dass unser ganzes Reich vernichtet und meine brennende Begierde, alle Menschen in diese Qualen zu stürzen, vereitelt werden wird. Vieh mitgenommen, sahe von ferne zu u. dachte, das ganze Schloß würde daraufgehen u. die Leute in demselben entweder verderben oder herausfallen müssen. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. Was war es aber für ein schrecklicher Anblick, da der Feind sich unsichtbar gemacht u. die verarmten Leute vom Schlosse u. von den Feldern auf den Brandstätten zusammenkamen! Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. […]

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