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Sonnenblumen wie ein Nebel zart.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Am Abend zwischen Traum und Wachen, ich dachte nicht grad an heilige Sachen, vor mir der Nazarener stand. Die schönen Gottesaugen lagen auf mir wie zwei freundliche Fragen. Hielt eine Blume in der Hand, hochstengelig ein goldener Stern lehnt an der Schulter unserm Herrn, wie frommer Maler Engelsgestalten ihre Friedenspalmen halten: Eine Sonnenblume, voll erschlossen, von einem lieblichen Licht umflossen, hob sich von seinem blauen Kleid als ein glänzendes Geschmeide. Der Traum war so real, dass er immer noch das Gefühl hat, ein nasses Gesicht zu haben. Aber in was für einem Traum ist er denn jetzt? Er öffnet die Augen erneut und lässt seinen Kopf in ein weiches Kopfkissen sinken. Er sieht einen Fernseher an der Wand, einen Kühlschrank, einen Schreibtisch, einen Stuhl, einen Spiegel, einen Kleiderschrank und direkt neben seinem Bett eine Tür, die in ein Badezimmer führt. All das sieht er so klar und deutlich vor sich, dass es kein Traum sein kann. Er setzt sich verwirrt im Bett auf. Dann erkennt er plötzlich seinen orangen Koffer auf dem Teppich mitten im Zimmer. Seine Familie in Grönland hatte ihm den nagelneuen Koffer vor seiner Abreise geschenkt. Nun wird ihm klar, dass er nicht träumt, sondern tatsächlich irgendwo in Deutschland angekommen ist. Er muss also gestern nach seiner langen, komplizierten Reise doch hier gelandet sein. Er erinnert sich dunkel an den Reisebus und das winzige Regionalflugzeug, in den man ihn gesteckt hat, und dann an den großen, internationalen Flughafen und das riesengroße Flugzeug, wo ihm die Stewardess mit strahlendem Gesicht gratis Wein und anderen Alkohol angeboten hat. Ab da lässt sein Gedächtnis aber nach und er kann sich an nichts weiter erinnern. Doch zuvor wollen wir uns dem Komi Urwald vom den Wasserstraßen aus nähern. Fällt weniger Niederschlag, geht der Wald in eine Trocken-Savanne oder Steppe über. Fast drei Stunden sind vergangen und ich bin völlig erschlagen von den wunderbaren Eindrücken die sich uns offenbart haben. Fraglich war auch, ob die dichte und unbekannte Flora überhaupt einen passablen Weg zugelassen hätte. […]

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