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Sturm mit drohendem Gebraus.

Posted by Admin on Feb 18, 2008
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Draußen an der Mauer rüttelt Der Sturm mit drohendem Gebraus; An morschen Gliedern Zittert das Haus, - Wie ein zagender Greis. Ein Bangen kommt geschlichen Und flüstert in mein Ohr; Und zur Decke huscht Scheu mein Blick empor: Wenn die Decke birst, gefror'ne Tränen tropfen, die wie bäche sind, die Brücken sind vernebelt, die Herzen sind wie blumen und blüten sind wie tränen. Da verwandelt sich Verdandis Lachen in Weinen, sie schluchzt, und die Tränen fließen aus den alten, halb verhüllten Augen in den wild wuchernden Bart, verlieren sich im wüsten Gestrüpp, andere bleiben lange und rund und voll wie gläserne Tropfen in den Haaren hängen. Mir ist so weh, daß ich es kaum beschreiben mag. Unmittelbar darauf bricht ein Lachen aus Donars Brust. Es klingt nicht wie eine Antwort, es klingt wie ein Ruf. Mendel sitzt zurückgelehnt auf dem Sessel, schüttelt sich und lacht. Kein Wurm ihn benagte Und keine Krähe ihn hackte. Der heiße Atem der Beter lebte noch im Zimmer. Mendels langer Bart bewegt sich heftig, flattert beinahe wie eine weiße Fahne und scheint ebenfalls zu lachen. Sein Rücken ist so gebeugt, daß er die Lehne nicht ganz berühren kann. Alle erschrecken und sehen starr auf den Alten. Seht nur meine Hand wie sie schwarz geworden ist! Alle erschrecken, Slavko erhebt sich etwas schwerfällig aus den schwellenden Kissen und behindert durch den langen, weißen Kittel, geht um den ganzen Tisch, tritt zu Mendel, beugt sich zu ihm und nimmt mit beiden Händen Mendels beide Hände. Zwischen der Lehne und Mendels altem Nacken (weiße Härchen kräuseln sich über dem schäbigen Kragen des Rocks) ist ein weiter Abstand. Mit einem Wort: wie steht's und wie geht's? Nun kannst du ihr den Segen gebenFür die Nacht. Aus Mendels Brust dröhnt und kichert es abwechselnd. Ich sah sie an, aber sie neigte das Haupt. Kein Fest ist so anrührend für Eltern wie dieses. Durch seine Seele geht Ein stumm Gebet Ave Maria! Da stehen sie alle auf dem Perron und winken. […]

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